überlegungen zur sehnsucht
ich trauere dem alten leben, dem alten mirselbst und dir hinterher. und
das soll auch erst einmal so bleiben, auch wenn mich das traurig macht.
aber ich bin mir nicht sicher, ob ich das ändern will. im moment
jedenfalls. ich will noch gar nicht. ich habe das gefühl, alles was ich
vermisse, auch dich, so mehr bei mir zu haben. denn so wie es jetzt ist, ist das
alles ständig in meinem kopf: weil die sehnsucht groß ist, weil ich
warte, weil ich suche und zweifle.
zufriedenheit wiegt einem doch in sicherheit. ich fühle mich nicht so
als würde sich in mir sicherheit verfestigen. komisch, dabei bin ich
doch der große abfinder. genau der will ich aber nicht mehr sein.
vielleicht ist der weg falsch, aber ich suche ja immer noch den
butterfrosch in mir (teile davon hab ich schon gefunden!), und hoffe
ihn so zu finden. irgendwann.
am liebsten würde ich die welt um mich rum anhalten, und erst
weitermachen, wenn ich weiß wo es hingeht. in ruhe überlegen, ohne neue
entscheidungen treffen zu müssen. das wär geil: dann die welt einfach
anstoßen und verkünden wo die reise hingeht. tja.
daniel pennac - comme un roman
les droits imprescriptibles du lecteur
1. le droit de ne pas lire
2. le droit de sauter les pages
3. le droit de ne pas finir un livre
4. le droit de relire
5. le droit de lire n'importe quoi
6. le droit au bovarysme (maladie textuellement transmissible)
7. le droit de lire n'importe où
8. le droit de grappiller
9. le droit de lire à haute voix
10. le droit de nous taire
lange war ich weg. und es wird sicher wieder vorkommen, doch will ich versuchen regelmäßiger hereinzuschauen.
ich bin im stress, fühle mich damit aber ganz gut. schlimmer ist das
durcheinander in meinem leben. ich weiß nicht wo ich hin will. ich lass
es geschehn und warte. warte oftmals nur auf's schlafengehen. der
schlaf als freund und helfer, als vergesser. er macht die zeit
angenehmer, und das sage ich, der schlafen immer als zeitverschwendung
angesehen hat. ist es ja auch - nur will ich momentan zeit
verschwenden.
nicht carpe diem, kein sapere aude. nur das hoffen auf eine helle zukunft…
ich sehne mich danach
übermorgen geht die sonne endlich wieder auf. so lange muss ich noch
durchhalten. mein fachleiter hat heute mit einem satz 150 philosophie
zu nichte gemacht: die philosophie sartres wäre nur blech!! wie kann
man so arrogant sein? hat er sie gelesen? wenn ja, hat er es
verstanden? und mit sartre kickt er natürlich die phänomenologie und
einen teil des humanismus mit in den müll - ich bin echt noch
geschockt!!!
zum glück hab ich anderen stress und muss darüber nicht nachdenken…
zwei länder
es gibt zwei länder der Traurigkeit:
das land der Melancholie,
welches frei von grenzen ist
und das selbst in den mittelpunkt des denkens stellt,
und das land der Depression,
von gefängnismauern umgeben
zerstört es das Ich.
sie sind sich sehr ähnlich,
doch bereist man sie,
so ist das eine nur ein trugbild des andern.
phone
ich bin ja echt kein telephonierer, habe aber gerade über eine stunde
mit schokomund telephoniert. ich vermisse sie so. und sie wohnt so
weit weg!!! nach diesen langen jahren enger bindung - irgendwie haben
wir es immer geschafft uns nah zu sein ohne uns zu nerven! - ist es
echt schwer für mich, dass wir uns nicht sehen können. vielleicht werde
ich doch noch zum telephonierer…
und jetzt wieder zurück an den schreibtisch, den rechner und schumann.
und draußen scheint die sonne. so sitze ich hier, das fenster im rücken
- vielleicht ist es ja besser, wenn ich es nicht die ganze zeit sehe.
wenn diese woche doch schon um wär. was für ein satz. wenn mein leben
doch schon um wär. nein keine angst
. ich dachte nur das ist ja dann der
nächste schritt. aber dafür gibt es gott sei dank leute, die einem
wichtig sind. denn eigentlich lohnt es sich doch nur für andere zu
leben. für sich selbst ist das witzlos. wenn man tot ist, hat man sich
ja dann ganz für sich alleine!!!
automatisches schreiben
qui gagne
qui gagne, wer gewinnt. die wehr gewinnt, aber sollte sie? soll es
diese, darf es diese wehr überhaupt geben? soll man, darf man oder muss
man sich sogar wehren? es gibt erste zweifel was das wehren betrifft:
das treiben sollte diesen platz einnehmen.
HERZENS
widersetzt sich dem wehren des
VERSTANDES.
kommt wehr von wille? ist wehren mit wollen gleichzusetzen? vielleicht
kann auch das gefühl, also das wollen. es will bestimmt, sicherlich -
drängender als der geist, effizienter als der verstand benutzt es alle
möglichen körperfunktionen. das herz will kälte, will schweiß, will
schmetterlinge im bauch und welche wehr kann sich dagegen richten und
welche wehr besitzt die kraft den körper zu besitzen.
keine.
einzig die kontrolle, der sieg über die gedanken ist möglich, jedoch
nicht selbstverständlich. welcher verstand nämlich kann den grund, also
die reale ursache für die schmetterlinge außer gefecht setzen?
mais sans la pensée même le papillon
il vit!
c‘est le cœur qui gagne...